Social Media für Restaurants und Cafés, ohne Extra-Schicht

Kurz gesagt

In der Gastronomie entscheidet Social Media häufiger über den Besuch als die eigene Website — wer abends spontan essen geht, schaut auf Instagram, nicht ins Impressum. Die wichtigsten drei Beiträge sind immer dieselben: das Tagesgericht, der Raum bei gutem Licht, das Team.

Der Zeitpunkt schlägt dabei den Aufwand. Ein mittelmäßiges Foto um 11 Uhr bringt mehr Gäste als ein perfektes um 15 Uhr, weil die Entscheidung „wo essen wir heute" vormittags fällt.

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Warum Gastronomie anders funktioniert als andere Branchen

In den meisten Branchen wirkt Social Media langfristig: Sichtbarkeit baut sich auf, irgendwann erinnert sich jemand. In der Gastronomie ist der Wirkungsweg viel kürzer — zwischen Beitrag und Besuch liegen manchmal zwei Stunden. Das verändert alles: Was zählt, ist nicht die Kampagne, sondern der Zeitpunkt.

Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Regel: Ein Beitrag zur richtigen Zeit schlägt drei perfekte zur falschen. Wer um 11 Uhr das Mittagsgericht zeigt, erreicht Leute in der Entscheidung. Wer denselben Beitrag um 15 Uhr stellt, erreicht Leute, die schon gegessen haben.

Die sinnvollen Zeitpunkte

ZeitWasWarum
10:30 – 11:30Mittagsgericht, Tageskartedie Mittagsentscheidung fällt jetzt
16:00 – 17:30Abendkarte, Weinempfehlung, AtmosphäreAbendplanung, Feierabend
Do/Fr VormittagWochenende, Veranstaltungen, ReservierungshinweisWochenendplanung läuft
SonntagabendRückblick, Team, kommende Wocheruhige Zeit, hohe Verweildauer

Wer nur einmal am Tag etwas veröffentlichen kann, nimmt das Vormittagsfenster. Es ist das einzige, das direkt auf den Umsatz desselben Tages wirkt.

Was tatsächlich Gäste bringt

  1. Das Tagesgericht, von schräg oben, bei Tageslicht. Der mit Abstand wirksamste Beitrag der Branche. Kein Blitz — Blitzlicht macht jedes Essen unappetitlich.
  2. Der Raum, wenn er leer und schön ist. Vor dem Service, wenn eingedeckt ist. Gäste wollen wissen, wie es aussieht, bevor sie kommen.
  3. Das Team. Wer kocht, wer am Tresen steht. Gastronomie ist Personengeschäft — Gesichter binden stärker als Gerichte.
  4. Neu auf der Karte. Jede Änderung ist ein Anlass, ohne dass man sich einen ausdenken muss.
  5. Der Blick in die Küche. Zubereitung, Handgriff, Vorbereitung am Morgen. Zeigt Handwerk statt Ware.
  6. Woher etwas kommt. Der Erzeuger, der Markt, die Lieferung. Trägt Qualität, ohne sie zu behaupten.
  7. Veranstaltungen und Feiertage rechtzeitig — Muttertag und Silvester werden zwei bis vier Wochen vorher entschieden.
  8. Öffnungszeiten und Ausnahmen. Betriebsferien, Feiertagsregelung, Ruhetag. Der nützlichste unspektakuläre Beitrag überhaupt.

Wie das neben dem Service läuft

Der Einwand ist immer derselbe und immer berechtigt: Zwischen Vorbereitung und Service ist keine Zeit für Marketing. Was in der Praxis funktioniert:

Bewertungen: der Kanal, den man nicht wählt

In der Gastronomie kommen Bewertungen ungefragt, und sie wiegen schwerer als in fast jeder anderen Branche. Zwei Dinge, die erfahrungsgemäß am meisten ausmachen:

Auf jede Bewertung antworten, auch auf gute. Eine kurze, nicht textbausteinartige Antwort. Wer nur auf Kritik reagiert, wirkt defensiv; wer auf alles reagiert, wirkt aufmerksam.

Bei Kritik nicht rechtfertigen. Bedauern, Sachverhalt kurz benennen, Angebot zum direkten Gespräch. Keine Erklärungen darüber, warum die Küche an dem Abend unterbesetzt war — das liest sich als Ausrede, auch wenn es die Wahrheit ist. Die Antwort schreibt man für die nächsten fünfzig Leser, nicht für den Verfasser.

Was es kostet

WegPro MonatEigene Zeit
Selber machen0 €6 – 10 Std
Marketing-Software100 – 250 €1 – 2 Std
Agentur (Vollbetreuung)1.200 – 5.000 €2 – 4 Std Abstimmung

Für Gastronomie kommt ein Sonderfall dazu: Eine Agentur kann das Tagesgericht nicht fotografieren, weil sie nicht jeden Tag im Haus ist. Das Bild muss ohnehin aus dem Betrieb kommen. Was ausgelagert werden kann, ist das Drumherum — Text, Gestaltung, Terminierung, Newsletter — nicht die Aufnahme selbst.

Wann sich der Aufwand nicht lohnt

Häufige Fragen

Wie oft sollte ein Restaurant posten?

Drei bis fünf Beiträge pro Woche sind in der Gastronomie sinnvoll — deutlich mehr als in anderen Branchen, weil der Wirkungsweg kurz ist und Aktualität zählt. Wichtiger als die Anzahl ist der Zeitpunkt: das Vormittagsfenster zwischen 10:30 und 11:30 wirkt direkt auf den Mittagsumsatz.

Was ist der wirksamste Beitrag für ein Restaurant?

Das Tagesgericht, von schräg oben, bei Tageslicht, vormittags veröffentlicht. Kein Blitzlicht — es macht jedes Essen unappetitlich. An zweiter Stelle steht der eingedeckte, leere Raum, an dritter das Team.

Soll ich auf jede Bewertung antworten?

Ja, auch auf gute. Wer nur auf Kritik reagiert, wirkt defensiv. Bei Kritik gilt: bedauern, Sachverhalt kurz benennen, direktes Gespräch anbieten — und nicht rechtfertigen. Die Antwort schreibt man für die nächsten fünfzig Leser, nicht für den Verfasser.

Kann eine Agentur das für mein Restaurant übernehmen?

Teilweise. Das Foto vom Tagesgericht muss aus dem Betrieb kommen — eine Agentur ist nicht jeden Tag im Haus. Auslagern lässt sich das Drumherum: Text, Gestaltung, Terminierung, Newsletter. Genau deshalb ist in der Gastronomie eine Software oft der passendere Weg als eine Vollbetreuung.

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Stand: 19.08.2026